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Wie das Land Tirol entstand

Das Land „im Gebirge“, welches man im Mittelalter das Gebiet um den Reschen und den Brenner in Urkunden pflegte zu nennen, wurde als Passlandschaft zwischen Deutschland und Italien eine zunehmende politisch bedeutsame Region.

Nach dem Tod Karls des Großen und den Teilungsverträgen seiner Erben lag das heutige Tirol innerhalb der Grenzen des Ostfränkischen Reichs Ludwig des Deutschen.

Südlich von Bozen begann das mittlere Teilreich, das ehemals langobardische, jetzt italienische Königreich Lothars. Seit dem 10. Jahrhundert war es innerhalb des Ostfränkischen Reichs zur Ausbildung von Stammherzogtümern und zum Erstarken der herzoglichen Gewalt gekommen.

Das Kerngebiet des späteren Tirol gehörte zu Bayern, der Westen zum Herzogtum Schwaben, das Lienzer Becken mit dem Iseltal zu dem von Bayern abgetrennten Herzogtum Kärnten und Trient war Teil des Marktes Verona.

Es war damals für die ostfränkischen Könige bedeutsam, eine ungehinderte Verbindung von Italien nach Deutschland, sprich das Land mit den Pässen in sicherer Verwaltung zu haben, um eine erfolgreiche Reichspolitik zu garantieren.

Denn auf die Treue der Herzöge konnten sie sich vielfach nicht verlassen. Besonders die bayrischen und schwäbischen Adelssippen betrieben eine zielstrebige Politik der Konzentration von Besitz und Rechtstitel, die sogenannte Hausmachtpolitik, und lagen oft im Widerstreit mit den Interessen des Reichs und der Könige. Die Alpenpässe waren in ihren Händen ein wirkungsvolles Faustpfand. Immerhin führte mehr als die Hälfte aller Romzüge der deutschen Könige über den Brenner.

Um dies zu vermeiden, lösten die sächsischen und salischen Kaiser die wichtigsten Grafschaften im Gebirge aus den Machtbereichen unverlässlichen Vasallen und übergaben sie den Bischöfen von Trient und Brixen, von deren Treue sie überzeugt sein konnten.

1004 n. Chr. übergab Heinrich II. die Grafschaft Trient, welche den Weg aus den Alpen in die Poebene bewachten, dem dortigen Bischof, als diese im Jahre 1024 n. Chr. durch Konrad II. bestätigt wurde, erhielt dieser dazu noch die nördlichen angrenzenden Grafschaften Bozen und Vinschgau. Die Grafschaft Norital, die von Bozen über den Brenner bis ins Inntal reichte, wurde im gleichen Jahr dem Brixener Bischof übertragen. 1091 n.Chr. erhielt der Bischof von Brixen die Grafschaft Pustertal. Die großen Grundschenkungen und die Verleihung königlicher Rechte „Regalien“ verstärkte die Macht der beiden Bischöfe.

Doch all diese reichspolitischen Maßnahmen der Kaiser hatten nicht den gewünschten Erfolg.

Trotz der Aufwertung der Bischöfe, die nun als Reichsfürsten unmittelbar dem König unterstanden und über das Gebiet vom Inntal bis zum Gardasee geboten, führte noch nicht zur vollständigen Herauslösung der ihnen verliehenen Grafschaften aus dem Herzogtum Bayern.

Denn aus Rücksicht ihrer kirchlichen Würde übten sie ihre Herrschaftsgewalt nicht selbst aus, sondern sie belehnten bayrische Adelige mit ihren Grafschaften. Die dann als Grafen die nicht minder begehrte Schutz-oder Vogteigewalt über den weltlichen Besitz der Bischöfe erlangten.

Da diese Grafen durch geschickte Auslegungen und politischen Intrigen ihre Macht vergrößern konnten und sich bemühten ihre erbliche Position zu festigen sowie ihren Grundbesitz bzw. ihr Herrschaftsbereich auszudehnen, waren ihre Bischöflichen Besitztümer nur ein Bruchteil ihres herrschaftlichen Lehens, welches auch weit in das bayrische Herzogliche Besitztum ragte. Somit waren die Grafen nicht nur der Verwaltungsapparat der Bischöfe, sondern auch Gefolgsleute des bayrischen Herzogs. Deswegen wurden die Grafschaften „im Gebirge“ weiterhin als zum Herzogtum Bayern gehörig betrachtet.

Es änderte sich alles, als 1180 n. Chr. der ehrgeizige Welfenherzog Heinrich der Löwe gestürzt und statt diesem mächtigen Geschlecht mein seinen überregionalen Ambitionen die eher schwachen Wittelsbacher als Bayernherzöge eingesetzt wurden.

 

Die Grafen von Tirol

An Inn, Etsch, Eisack und Rienz hatten damals vier Adelsdynastien die anderen an Bedeutung weit überflügelt. Die Grafen von Eppan und Ulten und die mit ihnen verwandten Grafen von Greifenstein oder von Morit, weiters die Grafen von Andechs und jene von Tirol.

Die Grafen von Andechs waren zunächst die stärksten aller Grafen Familien. Sie besaßen nicht nur das Unterinntal (von Zirl bis zum Ziller) mit der von ihnen um 1180 n. Chr. gegründeten Stadt Innsbruck und das Pustertal, sondern auch Grafschaften in Bayern und Franken, in Kärnten, Krain, Istrien, Dalmatien und Kroatien. In Istrien erwarben sie die Marktgrafschaft und ab 1180 n. Chr. konnten sie sich als Herzöge von Meranien (hat nichts mit Meran in Tirol zu tun, sondern es ist ein Herrschaftsgebiet an der Adria) nennen. Da die Andechser mit der Ermordung des deutschen Königs Phillip in Verbindung gebracht wurden, wurden sie ab 1208 n. Chr. geächtet und all ihr Besitztum konfisziert. Erst 1232 n. Chr. wurden sie wieder rehabilitiert, dennoch starb das Geschlecht der Andechser mit Herzog Otto VIII. im Jahre 1248 n.Chr. aus.

Aber die Grafen von Tirol namens Albert, Berthold und Heinrich, welche vom Trienter Bischof als Vogte von Vinschgau eingesetzt wurden, hatten ein glücklicheres Los gezogen. Dieses Geschlecht, welches womöglich aus Kärnten stammte, benannte sich nach ihrer Burg Tirol, die in der Nähe des Dorfes „Tirol“ bei Meran steht.

Durch die kluge Umsicht und mit starker Hand gelang es ihnen nach und nach, die Grafschaften um Reschen und Brenner in ihren Besitz zu bekommen.

Vor allem Graf Albert von Tirol, der der letzte seines Stammes war, hatte die größte Weitsicht und die stärkste Herrscherpersönlichkeit, denn durch seine Heiratspolitik brachte ihm als Erbe der Andechser die Grafschaften Unterinntal und Pustertal ein. So kann das Jahr 1248 n. Chr. als Geburtsjahr Tirols bezeichnet werden, weil – wie es Franz Huter ausdrückte – „die Klammer zwischen Inn und Etsch erstmals fest geknüpft war“.

In den Urkunden machte sich diese Tatsache so bemerkbar, dass die Benennung „Dominum comitis Tyrolis“, also „Herrschaft des Grafen von Tirol“ auftaucht. Die weltliche Macht hatte sich gegenüber der rechtlichen Oberhoheit der Kirchenfürsten offenbar bereits durchgesetzt. Und die Herauslösung aus dem Herzogtum Bayern sollte bald folgen.

Zuvor sah es dennoch aus, als würde das Land Tirol nicht aus dem bayrischen Einfluss abgetrennt werden. Denn als Albert von Tirol 1253 n.Chr. starb, wurde sein Reich unter den Gatten seiner Töchter aufgeteilt. So kam es, dass der nördliche Teil vom Land an den bayrischen Grafen Gebhard von Hirschberg kam und somit das Land wieder enger an das Bayerntum gebunden wurde.

Meinhard I. Graf von Görz, Vater vom Gründervater Tirols „Meinhard II.“ bekam den südlichen Teil des Landes. Somit gehörte das Land zu einer Herrscherverband, der auch die Görzergebiete in Friaul, in Istrien und im Herzogtum Kärnten umfasste.

Meinhard I. starb im Jahre 1258 n.Chr. und vererbte seine Gebiete an die Söhne Meinhard II. und Albert, obwohl Meinhard II. der bedeutsamere Herrscher für Tirol war.


Meinhard II. Gründervater des heutigen Tirols

Nach dem Meinhard II. zunächst alleine die Nachfolge seines Vaters Meinhard I. antrat, so musste er im Jahr 1271 n.Chr. mit seinem Bruder Albert das Görzerreich teilen. Meinhard II. blieb aber das wichtige Tirol, die restlichen Gebiete übergab er seinen Bruder.

Meinhard II. begann sofort zielstrebig mit dem Ausbau des Landes. Er gewann vom Hirschberger Grafen, aufgrund einer kinderlosen Ehe, das Wipptal und das Inntal zurück. Die Ehe mit der Witwe des Hohenstaufen Konrad IV. sicherte ihm die in Weststirol massierten staufischen Güter und Rechte und ermöglichte ihm die Erwerbung des oberen Inntals sowie des Lechtals. Im Unterinntal verpfändete ihm der bayrische Herzog das Gericht Rattenberg und erweiterte somit das Gebiet über den Zillerflug hinaus. Aufgrund jahrelanger Auseinandersetzungen mit den Triester Bischöfen, gewann Meinhard II. im Verlauf die Herrschaft der bischöflichen Gebiete und festigte den Besitz des Etschtals von Bozen bis zur Mündung des Avisio, südlich von Salurn, wo damals die deutsche Sprachgrenze verlief. Durch seine Raffinesse erreichte er, dass seine Lehensherren, die Bischöfe von Brixen und Trient, völlig in seiner Abhängigkeit waren. Von der Einschleusung seiner Parteigänger in die Domkapitel bis zu Rechtsbruch und brutaler Gewalt war ihm jeder Mittel recht, die weltliche Macht der Kirche zu schmälern.

Neben der Abrundung des Territoriums und der Durchsetzung seines Machtanspruchs gegenüber den Bischöfen, verfolgte Meinhard II. noch ein drittes Ziel, das er ebenso konsequent und skrupellos verfolgte und auch erreichte. Er vereinheitlichte die verschiedenartigen Herrschaftsrechte (Lehen, Vogteien, Gerichtsbarkeit) zur vollen landesfürstlichen Gewalt. Dieses Konzentrationsprofil ging Großteils auf Kosten der zahlreichen gräflichen oder edelfreien Adeslgeschlechter, die Meinhard II. stürzte oder entmachtete. Die Sondergewalten und Hoheitsrechte geistlicher und weltlicher Herren wurden beseitigt sowie Besitzansprüche von Bayern und Verona, wusste er ebenfalls abzuwenden. Zur inneren Festigung schuf Meinhard eine einheitliche Verwaltungsorganisation mit gut funktionierenden Zentralstellen und einen wohlgeordneten lokaler Gerichte und Ämter.

Der Tiroler Graf handelte wie ein souveräner Fürst, schloss Frieden und erklärte Kriege, ging Verträge mit anderen Herrschern ein und schickte selbst eigene Gesandte zum Papst. 1282 n.Chr. bestätigte König Rudolf von Habsburg auf dem Reichstag zu Ulm, die Selbständigkeit Tirols „Ulmer Spruch“ und erhob wenig später Meinhard II. in den Reichsfürstenrang, indem er ihm mit dem freigewordenen Herzogtum Kärnten belehnte.

1295 n.Chr. verstarb Meinhard II. von Tirol-Görz und wurde im Zisterzienserstift Stams im Oberinntal, das von ihm im Jahr 127 n.Chr. gegründet wurde, begraben.

Die Geschichtsschreibung beurteilt den Begründer Tirols als weitblickenden, seinerzeit vorauseilenden „schöpferischer Fürst“ (Wiesflecker).

Die Söhne Meinhards II. ließen gemäß dem Wunsch ihres Vaters, das Land ungeteilt und regierten gemeinsam als Landesfürsten. Nach dem Tod seiner Brüder regierte von 1310 n.Chr. an, Heinrich von Tirol-Görz alleine und nach dessen Tod im Jahre 1335 n.Chr. begann ein jahrelanger Kampf um Tirol. Im Mittelpunkt der Geschehnisse stand die Tiroler Erbtochter „Margarethe Maultasch“.

 

Margarethe Maultasch und der Verlust der Eigentständigkeit

Der Herzog und Graf Heinrich – der letzte überlebende Sohn von Meinhard II. von Görz-Tirol, seit 1286 n.Chr. auch Herzog von Kärnten, 1335 n.Chr. starb, fiel das Erbe seiner Tochter Margarethe „Maultasch“ zu. Es gelang ihr nicht, dieses ungeschmälert zu erhalten, Kärnten ging an ihre habsburgischen Verwandten verloren. Doch in Tirol konnten sie und ihr Mann, der Luxemburger Johann Heinrich von Böhmen, sich entgegen den Absichten von Kaiser Ludwig dem Bayern halten. Die Ehe verlief nicht erfolgreich; Margarethe jagte ihren Mann davon, ohne den päpstlichen Dispens abzuwarten, heiratete Margarethe den bayrischen Markgrafen Ludwig von Brandenburg, den Sohn des Kaisers und wurde somit Jahre später vom Volk mit dem Beinamen „Maultasch“, der nichts anderes bedeutet wie Hure, betitelt. Durch die Zugeständnisse des Markgrafen Ludwigs von Brandenburg, die in die Geschichte Tirols als der große Freiheitsbrief einging, konnte er sich den Rückhalt der Tiroler Adeligen sicher sein. Jedoch war nach der Hochzeit Ludwig, das päpstliche Interdikt die Folge, jegliche kirchliche Handlung im Lande wurde verboten.

Versuche des neuen römisch-deutschen Kaisers Karl IV., mit Hilfe ausländischen Bundesgenossen Tirol wieder in seinen Besitz zu bringen, schlug fehl, obwohl der Luxemburger im April 1347 n.Chr. Bozen und Meran niederbrannte und das von Margarethe Maultasch verteidigte Tiroler Stammschloss eine Zeit lang belagerte. In politischen Dingen scheint Margarethe die Regierungsgeschäfte fast ausschließlich ihrem Mann überlassen zu haben.

In der Ehe mit Ludwig gebar Margarethe 4 Kinder, jedoch nur einer konnte das Erwachsenenalter erreichen.

Im Jahr 1361 n.Chr. starb ihr Ehemann, zwei Jahre später auch ihr Sohn Meinhard III. Wieder wurde Margarethe zum Spielball unterschiedlichster Interessen. Ihr habsburgischer Verwandter Rudolf IV. war am schnellsten: Schon wenige Tage nach dem Tod des jungen Landesfürsten war Rudolf bei Margarethe. Sie überließ ihm und seinen Brüdern ihr gesamtes Erbe und zog sich nach Wien zurück, wo sie 1369 n.Chr. starb.

Die Wittelsbacher zuerst durch interne Nachfolgeprobleme beschäftig, versuchten sie erst im Sommer 1363 n.Chr. mehrmals das Land Tirol mit Waffengewalt einzunehmen. Jedoch war Tirol schon österreichisch geworden, was die bayrischen Herzöge im Jahre 1369 n.Chr. im Frieden von Schärding anerkennen mussten.

In diesem Jahr begann für das Land Tirol eine neue Epoche seiner Geschichte.