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Der Krieg im Fels

Seit 1914 war Österreich mit Deutschland in einem Krieg verwickelt, der die ganz Welt in Atem gehalten hat. Italien war vorerst ein Bündnispartner der deutschen und österreichischen Monarchien. Dennoch erklärte der italienische König die Neutralität in diesem Kriegsgeschehen. Da die ersten Frontabschnitte von Österreich an der damaligen russischen Grenze, sowie  in Jugoslawien verliefen, waren alle Truppenteile entlang der Front im Osten ausgestellt.

 

Im Jahre 1915 trotz Zugeständnisse des österreichischen Kaisers Franz Joseph, erklärte der italienische König, welcher ein Geheimvertrag mit den „Ententemächten“ (Bündnis Frankreich, Russland bis 1917 und England) einging, den Krieg.

Der Londoner Geheimvertrag, wie es hieß, beinhaltete, dass wenn Italien den Krieg an Österreich und Deutschland erklärte, werden dem Staat Italien die Gebietsansprüche entlang des Brenners sowie die dalmatinischen Küstengebiete zugesprochen. So kam es, dass Italien am 4. Mai den „Dreibund“ kündigte und am 23. Mai 1915 den Krieg gegen Österreich-Ungarn erklärte.

Vorerst war die Grenzsicherung in Tirol nur durch die Gendarmarie und die Finanzwache möglich, da alle dienstpflichtigen Männer von 21 bis 42 Jahren schon längst für die Ostfront eingezogen wurden. Also musste man das letzte Aufgebot, sprich die Jüngsten und die Ältesten sowie die Untauglichen, für den Schutz des Landes gegen die anstürmende Bedrohung vom Süden her einberufen. Insgesamt waren es rund 32.000 Mann, darunter 2.000 Vorarlberger und 3.400 Welschtiroler (Trentiner), die ab Mitte Mai an die nur notdürftige durch Verteidigungsanlagen gesicherte Grenzlinie geschickt wurden.

Dieses rasche Aufstellen der Standschützeneinheiten, von vielen als organisatorisches Wunder angesehen, verhinderte jedoch einen italienischen „Spaziergang nach Innsbruck“.

Deutschland schickte zur Verstärkung 13 Bataillone, die hauptsächlich aus Bayern bestand. Trotz dieser Verstärkung trugen bis zum Herbst die Standschützen die Hauptlast der Verteidigung. Dann kamen endlich die Kaiserjäger und die Landschützen von den anderen Kriegsschauplätzen in ihre Heimat zurück.

Drei Jahre dauerte der Kampf um Tirol. Es war ein blutiges Ringen in Fels und Eis, ein erbarmungsloser Stellungskampf im Hochgebirge, wo es nicht nur den Feind, sondern auch die Natur zu bekämpfen galt. Rund 350 km lang war die Front vom Ortler bis zum Kamm der Karnischen Alpen. Bis auf jene kleinen Gebiete, die vom Tiroler Landesverteidigungskommando schon vorher aufgegeben worden waren, konnten die Italiener nirgends auf Tiroler Boden eindringen.

Erst im Herbst 1917 brachte der österreichische Sieg bei der 12. Isonzoschlacht an der Südfront gegen Italien die Wende: In der die Italiener bis an den Piave zurückgeschlagen wurde und was somit das gleichzeitige Aufgeben der Dolomitenfront bedeutete.

Historisch gesehen ist Österreich militärisch nicht geschlagen worden, sondern die wirtschaftlichen Miseren und das unüberwindbare Leid des Volkes, das im Jahre 1917 unerträglich wurde, war der Anstoß zum Untergang der Monarchien der Achsenmächte (Deutschland und Österreich). Dies führte dazu, dass die Kapitulation im Jahre 1918 von Deutschland und Österreich unterschrieben wurde und somit das Schicksal von Süd-Tirol im Friedensvertrag von St. Germain besiegelt wurde.

 

Der Friedensvertrag von St. Germain

Der Vertrag von St. Germain regelte nach dem Ersten Weltkrieg die Auflösung der österreichischen Reichshälfte (die im Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder) Österreich-Ungarns und die Bedingungen für die neue Republik Deutschösterreich. Der Vertrag von Trianon regelte die Situation Ungarns, des anderen Teilstaates der vormaligen Doppelmonarchie. Der am 2. September 1919 den österreichischen Delegierten übergebenen Vertrag wurde am 10. September 1919 im Schloss Saint-Germain-en-Laye unterzeichnet. Er ist einer der Pariser Vorortverträge, die den Ersten Weltkrieg formal beendeten, und wurde zwischen Österreich und 27 alliierten und assoziierten Mitgliedern abgeschlossen. Im Mai 1919 reiste eine österreichische Delegation nach St. Germain-en-Laye, aber eine direkte Teilnahme an den Gesprächen wurde ihr verweigert, lediglich schriftliche Vorschläge konnten unterbreitet werden. Dem Habsburger Herrscherhaus von Österreich-Ungarn und dem Deutschen Kaiserreich wurde die Alleinschuld am Krieg zugewiesen.

Für Tirol hieß dieser Vertrag die Teilung des Landes. Italien bekam die von den Ententemächten versprochenen Gebiete bis auf das dalmatinische Küstengebiet. Obwohl der Geheimvertrag von London diese Gebiete mit beinhaltete, hatte sich der amerikanische Präsident Wilson dagegen ausgesprochen. Wilson konnte sich dies ja leisten, da die Amerikaner bei der Vereinbarung des Londoner Vertrages nicht anwesend waren und somit auch nicht gebunden. Daher muss man auch sagen, dass die Entscheidung nicht gerade die beste für Tirol war. Wilson, der eigentlich ein 14 Punktesystem ausgearbeitet hatte, welche die Regelung der Gebiete nach dem Krieg beinhaltet z.B die Selbstbestimmung des Volkes zur Zugehörigkeit, hatte diese für Süd-Tirol, aus strategischen Gründen (um Italien dafür zu entschädigen, dass das ebenfalls von Rom beanspruchte Dalmatien dem neuen südslawischen Staat zugesprochen wurde), nicht angewandt. Am 10. September 1919 unterzeichnete der Staatskanzler Karl Renner den Staatsvertrag von St. Germain, der die Zerreißung Tirols besiegelte und die unnatürliche Brennergrenze aufzwang.