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Die bayrische Herrschaft und die Gründe für die Volkserhebung von 1809

Als Österreich den Krieg gegen Frankreich und Bayern verlor, musste der österreichische Kaiser auf das Land Tirol verzichten. 1805 wurde der Ulmer Friedensvertrag besiegelt, welcher die Oberhoheit über Tirol bestimmt wurde und auch den Zuspruch des bayrischen Königs, welche nichts anderes war als die Bewahrung der Tiroler Landesverfassung.

 

Der Aufstand des Tiroler Volkes wäre nie zustande gekommen, wenn die Bayern ihre Reformen, welche die Innsbrucker Bürger nicht so schlecht empfanden, aber das ländliche Volk einen Eingriff in ihre Freiheit verstanden, mit brutalster Gewalt durchführten. Trotz des Diktats der bayrischen Beamten, die keine Rücksicht auf das abergläubische Volk zu kommen ließen, wäre dennoch kein Aufstand ausgebrochen. Aber als der bayrische König das Tiroler Wehrgesetz außer Kraft setzte und die ersten Rekrutierungsversuche in Tirol unternahm, brachte das Fass zum Überlaufen.

Die meisten Aufstände waren zunächst ohne Führung gewonnen worden, bis auf die Befreiung der Stadt Hall durch den Nordtiroler Schützenhauptmann Josef Speckbacher und der Stadt Meran durch den Südtiroler Schützenhauptmann Andreas Hofer.

Das aufrührerische Verhalten wurde vom Kaiser stets unterstützt. Bis nun endlich der Kaiser Tirol wieder als ein Teil Österreichs ansah uns somit den Krieg gegen Bayern und Frankreich erklärte. Diese Tat legitimierte den Austand, weil die Tiroler wieder Österreicher waren und die Bayern Besatzer, die nach der Auslegung des österreichischen Kaisers, den Friedensvertrag von Ulm brachen.

 

Der Aufstieg Andreas Hofer zum Oberkommandierenden der Schützen und die 3 Bergiselschlachten

Als die ersten Schlachten gewonnen wurden und die Stadt Innsbruck durch die Schützen von den Bayern befreit werden konnte, wählte man den Schützenhauptmann Andreas Hofer zum Oberkommandierenden der Tiroler Schützen. Nachdem das österreichische Heer von den Franzosen und Bayern besiegt wurde, verließen sie das Land über das Pustertal. Nur ein kleiner Teil der Armee blieb zurück, ca. 1200 Mann und 5 Geschütze. Andreas Hofer schichte seine Laufzettel in alle Winkel des Landes und am nächsten Morgen trafen schon die ersten bewaffneten Scharen in Sterzing ein. Am 25. Mai besetzten die Tiroler Schützen die Berghänge südlich von Innsbruck. Als Verstärkung kam der Nordtiroler Schützenkommandant Josef Speckbacher mit ca. 1000 Schützen aus dem Unterinntal heran.

Als die Bayern heranrückten mit ca. 5000 Mann, schlugen die Tiroler ohne einen richtigen Schlachtplan darauf los. Der erste Tag der Schlacht ging mit einem Unentschieden aus, da das Wetter nicht ganz mitspielen wollte. So kam es, dass die Tiroler die Berghänge besaßen und die Bayern die Ebene. Am 29. Mai 1809 ließ Andreas Hofer nochmals angreifen. Die Verluste waren auf beiden Seiten sehr hoch, aber als es den bayrischen General Graf Deroy zu bedrohlich wurde, fasste er den Beschluss zum heimlichen Abzug in der Nacht. Zum zweiten Mal wurden die Bayern verjagt, aber leider hatte Napoleon die Österreicher wieder mal besiegt und der Kaiser war trotz seines Versprechens, dass er keinen Friedensvertrag unterzeichne, der die Abtrennung Tirols bedeute, gezwungen das Land aufzugeben. Daraufhin schickte Napoleon 2000 Mann um das rebellische Land von allen Seiten zu unterwerfen.

Dieses Vorhaben wurde durch die Talsperren sowie durch unkonventionelle Kriegsführung (Steinlawinen) der Tiroler Schützen vereitelt. Als der französische General Lefebvre in Innsbruck von den horrenden Verlusten und den verlorenen Schlachten hörte, versuchte er selbst mit 7000 Mann und 10 Geschützen den Weg nach Südtirol über den Brenner freizukämpfen. Aber auch er mussten wegen der hohen Verluste den Rückzug nach Innsbruck antreten. Ihm folgten tausende Tiroler Schützen, die sich unter der Führung Andreas Hofer, Josef Speckbacher, Peter Mayer, dem Wirt an der Mahr  und Pater Haspinger zur dritten Bergiselschlacht formierten. Lefebvre musste mit seinen entkräfteten Truppen angreifen, da in Innsbruck die Lebensmittel knapp wurden. Ihm standen diesmal 15 000 Schützen gegenüber, die den Ruf des Andreas Hofer und seiner Mitstreiter gefolgt sind.  Am 13. August begann der grausame Kampf um die Freiheit, die sogenannte 3. Bergiselschlacht. Die Tiroler behielten während der Schlacht stets die Oberhand, dass der französische General gezwungen war, nach einem Ruhetag, in der Nacht zum 15. August den Rückzug anzutreten. Während des Rückzuges ließ er zahlreiche Höfe und Ansitze rund um Innsbruck niederbrennen, auch einige Geiseln wurden mitgenommen.

Nun war Tirol wieder frei, aber das Land war jetzt vollkommen auf sich alleine gestellt.

Diese neue Situation erforderte einen Mann, der die Stabilität im Land wiederherstellt und die chaotischen Zustände verhindert. Es gab nur einen, Andreas Hofer. Er hatte sich nie selbst vorgedrängt, sondern war allmählich dank seiner Persönlichkeit und seiner Führungsqualitäten vom Schützenhauptmann seines Heimattales zum Oberkommandierenden des ganzen Landes aufgestiegen. Nun wurde er von allen Seiten aufgefordert, auch die zivile Verwaltung zu übernehmen. Aus Verantwortungsbewusstsein willigte er ein und verstand sich stets als Treuhändler des Kaisers.

 

Die Niederschlagung der Erhebung und die Verfolgung der Freiheitskämpfer

Noch am Tag des Friedensschlusses  von Schönbrunn gab Napoleon den Befehl, Tirol endgültig zu unterwerfen. So kam es, dass drei bayrische Divisionen unter dem Oberbefehl des Generals Drouet d’Erlon zum Sturm auf Tirol antraten. Bei der Melleck wurde der stark besetzte Vorposten der Tiroler aufgerieben, wodurch der Zugang zum Pass Strub geöffnet war. Weitere Truppenteile überschritten bei Kufstein und Kössen die Landesgrenze. Obwohl sich die Bayern bewusst Zeit ließen, um den Tirolern das Einlenken zu ermöglichen, standen sie bereits am 24. Oktober vor Innsbruck.

Andreas Hofer hatte schon 3 Tage zuvor die Stadt verlassen und war völlig verwirrt. Er wusste nicht, was er tun soll. Durch falsche Beratung ließ sich Andreas Hofer auf einen weiteren Kampf ein, obwohl er wusste, dass die Möglichkeit eines neuerlichen Sieges über das Invasionsheer nicht sehr groß sei. Denn viele der besten Anführer und Kompanien wollten nicht mehr mitmachen, weil allerorts Unsicherheit und Niedergeschlagenheit herrschten. Nur notdürftig hielt man den Bergisel besetzt. Für die Bayern wäre es diesmal ein Leichtes gewesen, Tiroler Stellungen einfach zu überrennen, doch der Kronprinz wollte ein unnötiges Blutvergießen vermeiden. Am 27. Oktober wurden die Plakate mit den Friendensbedingungen, die eine Straflosigkeit für alle zusicherte, die die Waffen sofort niederlegten, in das Hauptquartier der Tiroler versendet. Vorerst im Angesicht der Umstände war Andreas Hofer gewillt einen neuen Waffenstillstandsbefehl auszugeben und selbst beim Kronprinzen Ludwig von Bayern vorzusprechen. Jedoch der Pater Haspinger vermochte Hofer umzustimmen. Also kam es am 31. Oktober zu leichten Gefechten und am 1.November bliesen die Bayern zum Sturm des Bergisels.

Die Bayern hatten fast kein Widerstand und nur ein zweistündiger Kampf entschied die Schlacht. Andreas Hofer war nun völlig unter der ihm aufgebürdeten Verantwortung zusammen und wurde zum Werkzeug verantwortungsloser Hitzköpfe. Andreas Hofer schwankt hin und her, bis die Kriegsparteien endgültig die Oberhand behielten. Einige gewonnene Gefechte und eine Gefangennahme von 1000 Franzosen gaben ihnen scheinbar Recht.

In vielen Tälern wurde noch bis in den Dezember gekämpft. Durch die Missachtung der Friedens-und Amnestieangebote hatten sich die Aufständischen jede Schonung verwirkt. Das Strafgericht der Sieger war jedoch nicht überall gleich hart. In Nordtirol gab es überhaupt keine Todesurteile. Dagegen wurde im Pustertal ein wahres Schreckensregiment errichtet. In fast jedem Ort fanden sich Opfer. Oft wurde ein Mann einfach willkürlich aus der Schar der Dorfbewohner herausgegriffen und ohne langes Verfahren abgeurteilt und wurden standesrechtlich erschossen. Deren Leichen wurden oft mehrere Tage lang zur Schau gestellt.

Andreas Hofer war selbst Ende November auf die Kellerbahn im Passeier und dann auf den Pfandlerhof und schließlich auf die Pfandleralm geflüchtet. Jedoch wurde Andreas Hofer von Franz Raffl verraten und an die Franzosen verkauft. Am 20. Februar 1810 wurde Andreas Hofer in der Festung von Mantua standesrechtlich erschossen und seine letzten Worte lauteten: „Mei schießt ihr schlecht!“

Der Freiheitskampf des Tiroler Volkes erregte durch seine Erfolge, aber auch durch sein tragisches Ende und durch die Erschießung Andreas Hofers, in ganz Europa großes Aufsehen. Er wirkte wie ein Fanal und weckte oder bestärkte den Widerstand gegen die verhassten Unterdrücker. So gesehen waren die Opfer der Tiroler nicht vergebens, sondern leiteten die Befreiung von 1813/14 ein.