Herzensritter zue Tirol

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Ordensgeschichte

Der hl. Erzengel Michael, ein wehrhafter Friedensbringer

Den Namen Michael hat der Orden ganz bewusst im Hinblick auf religiöse Wurzeln und neuzeitlichen Bezug gewählt: Zum einen als Symbolfigur für den aktiven Verteidiger des Guten gegenüber bösartigen Übergriffen und wehrhafter Bewahrer des Friedens; zum anderen unter Bezugnahme auf die Schlacht am Lechfeld 955, als das Bild des hl. Michael das Reichsbanner zierte.

Die historischen Wurzeln sind ebenso uralt wie unterschiedlich: Das himmlische Wesen Michael wird in der Bibel an vielen Stellen erwähnt, sowohl im Neuen Testament wie auch im Tanach bzw. im Alten Testament. Im Neuen Testament (Johannes, Offenbarung 12,7) ist Michael einer der vier Erzengel; mit seinem flammenden Schwert ist er der Bezwinger des Satans, den er in die Hölle hinabstürzt. Zugleich ist Michael auch Anführer der himmlischen Heerscharen, Symbol der wehrhaften Kirche (ecclesia militans) und wird daher als Patron der Soldaten und Krieger verehrt.

 Zudem ist Michael aber nach kirchlicher Tradition auch als der „Seelenwäger“ am Tag des Jüngsten Gerichts bestimmt. Er ist es, der ein Verzeichnis der guten und schlechten Taten eines jeden Menschen erstellt, das diesem zunächst am Sterbetag, aber auch am Tag des Jüngsten Gerichts vorgelegt wird und auf dessen Basis Gott über ihn richtet. Der hl. Michael geleitet auch die Seele des Verstorbenen auf ihrem Weg ins Jenseits. Dementsprechend wird er mit den Attributen Waage und Flammenschwert dargestellt.

 

Michael ist aber keineswegs kriegerisch, sondern ist lediglich wehrhaft, verteidigt das Gute und schafft dadurch letztendlich Frieden. So auch symbolträchtig bei der Schlacht am Lechfeld (10. August 955, südlich von Augsburg): Dort besiegte König Otto I. an der Spitze der vereinigten deutschen Stämme die Magyaren, die Jahrzehnte lang in halb Europa ihr Unwesen getrieben hatten. Über dem Kaiser flatterte bei dieser Entscheidungsschlacht das Reichsbanner mit dem Bild des Erzengels Michael, der seither Schutzpatron des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (und später Deutschlands) ist. König Otto I. wurde danach 962 vom Papst zum Kaiser gekrönt. Dem einfachen Volk, das in allen deutschen Landen bis Frankreich und Belgien lange Zeit unter den Einfällen der Magyaren gelitten hatte, brachte die Schlacht auf dem Lechfeld den lange ersehnten Frieden.

 

Der hl. Michael spielte aber auch bei späteren Auseinandersetzungen eine Rolle: Im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich etwa sah ihn die Jungfrau von Orlèans (Jeanne d’Arc) in ihren Visionen, aus denen sie ihre göttliche Sendung ableitete. Und nach einer russischen Chronik hat sich Großfürst Dmitri Donskoi vor seiner siegreichen Schlacht gegen den Mongolenkhan Mamaj 1380 vor einer Ikone des „Himmlischen Führers und Archistrategen“ Michael niedergeworfen.

 

Mittelalter: Patron des Rittertums

 

Im Spätmittelalter wurde Michael gemeinsam mit dem hl. Georg zum Patron des Rittertums und speziell der ihm geweihten Ritterorden berufen, so des Ordre de Saint-Michel (Frankreich, 1469) und des Order of St. Michael und St. George (England, 1818).

 

Unzählige Orte in Österreich tragen den Namen „St. Michael“, viele Kirchen sind dem Erzengel Michael geweiht. Beides trifft auch auf Ort und Kirche St. Michael bei Weissenkirchen in der Wachau zu: Die Kirche ist die älteste im gesamten Waldviertel, sie besteht seit dem Jahre 987, also bereits 32 Jahre nach der Schlacht am Lechfeld. In St. Michael bei Weissenkirchen begeht der Orden alljährlich feierlich das Namensfest.

 

Gründung des neuzeitlichen Ritterordens

 

Mehr als ein Jahrtausend nach der Schlacht am Lechfeld konstituierte sich 1999 in Österreich ein neuzeitlicher Ritterorden mit dem Namen „Hochlöblicher Orden der freien Herren und Ritter vom Heiligen Michael“, kurz „Sankt Michael Ritter-Orden“. Der Orden ist seither vereinspolizeilich registriert (ZVR 420309168), Siegel und Wappen des Ordens sind seit 2011 auch markenrechtlich geschützt. Seinen historischen Bezugspunkt justierte der Orden nach inhaltlichen Differenzen 2011 in der eingangs geschilderten Richtung.

 

Ungarnschlacht auf dem Lechfelde, 9. August 955“ originale breitrandige Heliogravure nach einem Gemälde von Michael Echter, um 1900 Kaiser Otto I. besiegt an der Spitze der vereinigten deutschen Stämme die Ungarn auf dem Lechfelde, südlich von Augsburg. Über dem Kaiser flattert das Reichsbanner mit dem Bild des Erzengels Michael. Zur Rechten des Kaiser der heilige Udalrich (Ulrich), Bischof von Augsburg, der vorher seine Stadt erfolgreich gegen die Ungarn verteidigt hatte. Herzog Konrad von Franken fällt, durch einen Pfeil in die Kehle tödlich verwundet.

 

Heiliger Erzengel Michael

 

Michael (hebräisch ‏מיכאל ‎; latenisch Quis ut Deus; arabisch ‏ميكائيل/ميكال ‎ „Mika'il/Mikaal“; zu deutsch „Wer ist wie Gott?“) ist der Name eines Engels der hebräischen Übersetzung. Diese hatte Einfluss auf die religiösen Traditionen des Judentums und des Christentums. Anders als im Christentum wird der Engel Michael im Judentum nie mit „Attributen der Göttlichkeit“ versehen. In der neutestamentlich-christlichen Offenbarung des Johannes (Offb. 12,7) tritt Michael in einem eschatologischen Kontext als Bezwinger des Satans auf, den er in die Hölle hinabstürzt. Nach der kirchlichen Tradition ist er auch als der „Seelenwäger“ am Tag des jüngsten Gerichts bestimmt.

 

Der hl. Michael ist seit der siegreichen Schlacht auf dem Lechfeld am 10. August 955 Schutzpatron des Heiligen Römischen reiches und später Deutschlands.

 

Der Koran und die arabische Literatur rezipierten die Gestalt der jüdisch-christlichen Überlieferung seit dem 7. Jahrhundert n. Chr. unter den Namen Mikal bzw. Mika'il.